Ich

Unsere Wahlheimat liegt am Stettiner Haff Nähe Anklam. Mein Mann und ich, hatten uns im Jahr 2013 ein altes Häuschen mit großem Garten gekauft. Dieses richten wir uns für unser Rentnerdasein her. Darauf freuen wir uns. Wenn es soweit ist, werden wir mit unseren beiden Cockerspanieldackelmischlingen dort fest hinziehen. Noch pendeln wir von unserer Übergangswohnung am Bogensee immer hin und her.
Ich liebe die Natur und handarbeite gern.

Dienstag, 21. Mai 2013

Franzosenlinde

Diesen älteren Post verlinke ich heute bei Gishlana . Eine Sommergrippe hat mich erwischt, deshalb also einen älteren Beitrag.

Wie Ihr nun schon wisst, sind alte Bäume eine Leidenschaft von mir. Leider haben wir nicht mehr soviel Zeit um meine Bücher mit alten Bäumen zu schnappen und loszufahren um ihnen Ehrerbietung zu erweisen. Doch ab und zu finden wir auch so wunderschöne Exemplare. So auch diese alte Linde. Linden leben doch glatt nur in der Rinde weiter, wenn sie sonst auch schon hohl ist.

Gefunden in Wikipedia:

Die sagenumwobene, große Franzosenlinde, welche zur Gattung der Sommerlinde gehört, ist ein Naturdenkmal und beschäftigt schon seit Generationen die Gemüter der Menschen. So entstanden teils widersprüchliche Aussagen über Maße, Alter, Entwicklung und Begebenheiten. Die Linde ist völlig hohl und hat einen Umfang von 10 m und eine Höhe von 15 m. Der "Innendurchmesser" beträgt etwa 2 m. Der Baum soll 1124 von Otto von Bamberg gepflanzt worden sein. Mindestens ist sie aber über 500 Jahre alt. Der Legende nach sollen auch Napoleons Soldaten zwischen 1806 und 1815 in ihrem hohlen Stamm Bier ausgeschenkt und Wache bezogen haben.

















Kopiert aus Natursynphonie: 

Mythologie und Klang - Linde

Die Linde gilt seit alters her als Baum der Liebe und Harmonie, als Schutzbaum, der Familien oder ganzen Gemeinden Glück und Gesundheit bescheren sollte. In vielen europäischen Dörfern bildete sie das Zentrum, galt als Symbol für die Begegnung mit anderen Menschen und war wichtiger Kommunikationspunkt. Unter dem Dach ihrer weiten Krone fanden Feste, Trauungen und Versammlungen statt. „Unter den Linden pflegen wir zu singen, zu trinken, zu tanzen und fröhlich zu sein“, schrieb Martin Luther, denn die Linde ist uns ein Friedens- und Freudenbaum. Bei den Germanen war die Linde Freya, der Göttin der Fruchtbarkeit, Güte, Mütterlichkeit, Herzlichkeit und des immerwährenden Lebens geweiht und auch die Kelten sprachen ihr zu, die Wahrheit bei Rechtsstreitigkeiten ans Licht zu bringen und streitende Parteien zu versöhnen. Seit dieser Zeit gilt die Linde eben auch als „Rechtsbaum“, unter dem Gericht gehalten wurde. Diese Gerichtslinden standen meist auf öffentlichen Plätzen. Viele Urkunden belegen das "Gericht unter der Linde" durch Ausdrücke wie "gegeben unter der Linde" oder "unter der Linde vor der Kirch". Durch den süßen Duft der Lindenblüten sollten die Richter milde gestimmt werden, was nicht immer der Fall war. So war nicht selten üblich, dass der Angeklagte, um seine Unschuld zu beweisen, eine Linde umgekehrt einpflanzen musste. Grünte die Linde dann an der Wurzel, war seine Unschuld bewiesen. War dies nicht der Fall, wurde an den Ästen des Gerichtsbaumes so manches Mal das Urteil auch gleich vollstreckt. Insgesamt sollen Lindenurteile allerdings milder ausgefallen sein als Eichenurteile. Da der Linde sogar Kräfte zugesprochen wurden, Dämonen und Hexen abzuweisen, pflanzte man diesen Baum vielerorts in der Nähe von Bauerngehöften. Zur Zeit der Christianisierung, wurde aus vielen Freya – Linden die Marien – Linden. Trotz der Herrschaftswechsel zu den Römern und den Christen, hat der Glaube an diesen Baum allerdings trotzdem bei vielen Volksgruppen die Zeit überdauert. Die bekannte Linden - Sage ist aber wohl die von Siegfried. Siegfried, der den Lind(t)wurm (Drachen) „Fafnir“ unter einer Linde getötet hatte, badete danach im Drachenblut, wodurch seine Haut unverwundbar wurde und er Unsterblichkeit erhoffte. Dabei fiel ihm ein Lindenblatt zwischen die Schulterblätter. An diese Stelle gelangte kein Drachenblut und sein Herz blieb verwundbar. Diese Stelle wurde ihm zum Verhängnis, denn sein Widersacher Hagen setzte dort den Speer an, mit dem er Siegfried unter einer Linde tötete.




Bald weht wieder dieser betörende Lindenduft durch alle Straßen in der Stadt und über das Land. Überall wo ein Lindenbaum blüht, können wir die Bienen und Hummeln summen hören.

Dieses schöne Gedicht fand ich in der Sammlung *Lindengedichte -reime und -ferse*. Es ist nun nicht direkt die Franzosenlinde, doch besinnlich sind die Zeilen allemale! *Am Brunnen vor dem Tore* gefällt mir auch sehr gut, doch das kennt ja jeder.


Die Linde - von Christian Malkommes
Oft fühl ich mich einsam im Lärm meiner Stadt
zwischen Mauern und Herzen aus Stein,
wo kaum jemand Zeit für den anderen hat
und fast jeder lebt für sich allein.
Da wird über alles und jeden geklagt,
zu viel wird geredet, zu wenig gesagt -
eine Sehnsucht in mir wird unsagbar groß,
und meine Seele fliegt einfach los.

Dann schließ ich die Augen und sitze im Traum
auf der Bank vor dem Haus unterm Lindenbaum,
mein Herz ruht von Trubel der lauten Welt aus
und ist endlich wieder zu Haus!

Dann singt mir die Linde ihr uraltes Lied,
ihre Worte, die geh'n mir so nah:
" Ich habe noch jedes Jahr wieder geblüht,
was auch immer auf Erden geschah.

Der Duft meiner Blüten, mein lindgrünes Kleid
rührt die Herzen der Menschen seit ewiger Zeit!
Ich kann überall zu Hause sein,
auch zwischen Mauern aus Stein!

Und fühlst du dich einsam, dann denke daran,
dass mein Lied dich immer begleiten kann,
es fährt mit dir in die Welt hinaus
und es bringt dich wieder nach Haus!

Kommentare:

  1. Welch wunderschöner Beitrag über die Linde!! Sehr interessante Informationen und vor allem imposante Fotos!!

    Vielen Dank für das schöne Gedicht, dass du bei mir hinterlassen hast. Habe mich sehr darüber gefreut!

    Ein Hoch auf unsere "großen, alten Freunde"
    und ganz liebe Grüße:

    Annika

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    1. Ja liebe Annika da stimme ich Dir zu! Ein Hoch auf unsere ehrwürdigen Freunde! Wenn auch stumm so meinte ich sie geben Kraft und Ruhe.
      LG lykka

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  2. Solch Herrliche Bilder und Texte zur Linde, danke wunderschön und anrührend. LG Anke

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    1. Merci! Gerne doch!
      Jede Landschaft ist mit Bäumen um Einiges schöner, nicht wahr.
      LG lykka

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  3. Was für eine imposante Linde mit so viel Geschichte. Du hast sie so schön in Worten und vor allem deinen tollen Fotos "eingefangen". Am Wochenende stand ich im Thüringer Wald an der alten Mosbacher Linde in der Nähe von Eisenach. Und unsere Dorflinde steht auch nur noch auf ihrer Rinde, aber auch sie ist noch ziemlich vital... Lieben Gruß Ghislana

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    1. PS: Möge die Sommergrippe schnell von dannen ziehen! Gute Besserung

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    2. Ich Danke Dir für Deine guten Wünsche und lieben Worte.
      Ja vor einigen wenigen Jahren, hatten wir uns öfter Mal ein Baumbuch geschnappt, einen oder mehrere Bäume herausgesucht und sind einfach losgefahren um sie zu besuchen. Nun sind wir zeitlich eingebunden.
      Für mich ist die Linde so eine Art Mutterbaum. Sie hat soviel Kraft und kämpft mit allen Mitteln. So kommt mir das vor.
      LG lykka

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  4. Ein Baum mit "Charakter" und großer Geschichte. Man müsste die Lindenbaumsprache verstehen lernen, um die Geschichten seines fast 900 Jährigen Lebens hören zu können !
    Schöne Lindenblüten duftende Woche,
    Luis

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    1. Meine Güte was könnten wir da alles an "wahren" Geschichten erfahren, das wäre richtig spannend!
      Ich liebe diesen betörenden Duft!
      LG lykka

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  5. Welch beeindruckendes Naturdenkmal! Mit den Linden fühle ich mich von Kindesbeinen an verbunden, stammt doch die Vaterfamilie vom Lindenberg, auf dessen Höhe zwei Linden ineinander verschränkt wuchsen. Unglaublich riesig für das Kind damals... Du fragtest nach dem Wald meines Vaters ( der im übrigen fast ein Lindenwald ist, denn diese Böume hatte der Vorbesitzer auf dem Nachbargrundstück gepflanzt, um den Vater zu ärgern ( wir lebten damals in der Stadt )). Ja, der gehört jetzt der Mutter und wird an meinen Bruder übergehen, der auch ein großer Naturfreund ist. Ich kann also, wenn ich zu Besuch bin, durch den Wald gehen, was ich aber kaum tue, weil ich mir dort immer so viele Zecken fange. Bin zwar Liebhaberin kleinster Tierchen, aber die Zecken ( und ihre Folgen ) fürchte ich.
    Die Gingkos hat der Vater an den Rändern des Wäldchens angepflanzt. Sie sind kaum größer als die im Topf bei der Tochter, die übrigens auch wieder an einer Lindenallee wohnt und gerne Bäume züchtet...
    Jetzt kennst du in Kurzform alle Baumgeschichten der Familie K.
    Gute Besserung!
    Astrid

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    1. Danke für die guten Wünsche!
      Ein Baum-Kreislauf also.
      Wie schön, dass dieser selbstgepflanzte Wald in Euren Händen geblieben ist. Na und (schmunzel) die Linden die zum Ärgern gepflanzt wurden, jetzt auch noch Freude bringen.
      Ja die Zecken sind schlimm. Ich wurde auch schon gebissen (angedockt). Aber täglich gehe ich durch den Wald zur Hunderunde.
      LG lykka

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Vielen Dank für Eure Kommentare!

Was für ein Baum ist das nun?

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