Ich

Unsere Wahlheimat liegt am Stettiner Haff Nähe Anklam. Mein Mann und ich, hatten uns im Jahr 2013 ein altes Häuschen mit großem Garten gekauft. Dieses richten wir uns für unser Rentnerdasein her. Darauf freuen wir uns. Wenn es soweit ist, werden wir mit unseren beiden Cockerspanieldackelmischlingen dort fest hinziehen. Noch pendeln wir von unserer Übergangswohnung am Bogensee immer hin und her.
Ich liebe die Natur und handarbeite gern.

Montag, 27. Juni 2016

Mein Freund der Baum: Robiniengruppe

"Hunderunde" ein Wort was wir kaum aussprechen dürfen, dann stehen unsere Zwei vor der Tür und laufen von dort zu uns und zurück. Kabbeln miteinander. Beißen sich in die Ohren und Beine (sachte). Bis wir sie dann anschnallen.

Auf diesen Runden sehe ich mir immer die Bäume und die Umgebung an. Was wächst schon? Was hat sich verändert? Wie ist die Gestalt der Bäume? Warum sind sie so gewachsen und nicht anders? Wie alt werden sie wohl sein? Was werden sie schon gesehen haben. Ob hier immer Wald war? Usw.
Ihr Wuchs lässt mich gedanklich so manches mal ins Märchen und Sagenreich streifen.
Auf so einer Runde nun entdeckte ich diese Robiniengruppe. Sind sie nicht wunderbar? Es war Februar, sie sind so mit Moosen und Flechten bewachsen, das sie richtig samtig aussehen. 








Die Rinde der Robinie ist längst tief strukturiert. Beim Schreiben hatte ich mich gefragt: Wie heißt das denn nun richtig Borke oder Rinde? Also ich habe das so verstanden: Die Borke ist nur die äußerste Schicht. Die Rinde besteht aus Kadmium, Bast und Borke. Also was wir sehen ist zu meist nur die Borke. Ist doch auch mal interessant. 


Robinienholz neigt zu diesem verdrehten, wirbeligen und knolligen Wuchs. Wunderschön anzusehen. Doch nicht richtig. Es sind Maserknollen, die durch ein Bakterium ausgelöst werden, so kommt es zu einem vermehrten Auswuchs. Wer will liest hier dazu.




Mein Schätzchen wartet geduldig auf mich beim Fotografieren.
Schaut doch Mal dieser verdrehte Wuchs der abgestorbenen Äste.



Dies Gestalt der Robinien fasziniert mich ungemein.


Ich habe hier ein schönes Märchen gefunden, dass ich Euch erzählen möchte.


"Märchen von meinem Freund Baum"
von Sabine Jacobs

Es war einmal eine Frau, die gern in nahen Wald spazieren ging.
Aufmerksam besah sie sich am Wegesrand, was dort, oft halb
verborgen, grünte und blühte. Auch folgten ihre Augen prüfend
manchem Baumstamm bis in die Krone.

Da entdeckte sie eines Tages einen recht alten Baum. Er stand mitten
zwischen anderen alten und jungen Bäumen. Dieser hatte es ihr
irgendwie besonders angetan. Er zog sie magisch an. Sie hatte sein
Ächzen im Winde vernommen wie einen sonderbar zum Herzen
greifender Ruf. Und sie folgte ihm.

Der alte Baum war nun öfters ihr Ziel, wenn sie zum Wald hinauflief.
Immer wenn sie fortan unter den Menschen Sorgen hatte, eilte sie zu
ihm, stellte sich unter seine Äste, klopfte sacht an seine Rinde und
flüsterte ihm ihre Nöte zu. Einige seiner Zweige hatten weiche lange
herunterhängende Triebe entwickelt, die dann im Winde wie zarte Hände
tröstlich den Körper der Frau streiften.

Im Laufe der Zeit war schon mancher Sturm über den Baum
hinweggebraust. Davon erzählten manche zersplitterten Äste hoch oben
in seiner Krone. Auch war der eine oder andere Ast abgestorben und
kahl. Früchte brachte er kaum noch hervor. Seine Rinde haftete zum Teil
nur noch lose am Stamm. Sie war recht fleckig geworden. Aber noch in
jedem Frühling entsprossen dem Baum neue Triebe und Blätter. An
heißen Sommertagen breitete das Laub genügend Schatten über die
Frau, wenn sie, von ihrem Lauf erhitzt, bei ihrem Lieblingsbaum ankam.

Die Frau hatte es nun bei ihren Spaziergängen zur lieben
Gewohnheit gemacht, einige Zeit an den Stamm ihres alten Freundes
gelehnt, dort zu verweilen. Aber sie flüsterte ihm nicht nur ihr eigenes
Leid zu, sondern lauschte auch in ihn hinein. Auch er hatte ihr etwas
zuzuraunen. Sein Ächzen war in letzter Zeit stärker geworden, so das
die Frau eine gewisse Sorge um ihren Baum befiel. Ängstlich musterte
sie ihn jedes Mal bis in seine Krone hinauf. Er war nun schon einige
Jahre Gefährte am Wegesrand bei ihren Spaziergängen. Heimlich und
unausgesprochen wuchs in ihr der Wunsch nach etwas Bleibendem, das
Bestand haben würde über sein irdisches Dasein hinaus. Sie hätte gern
ein Zeichen der Unvergänglichkeit ihrer Freundschaft.

Eines schönen Frühlingstages lenkte die Frau wieder einmal in der
Frühe ihre Schritte zum Baum, umfing seufzend seinen Stamm mit ihren
Armen, lehnte den Kopf daran und sehnte sich nach einem Zeichen. Und
siehe da, der alte Freund verspürte ihren Wunsch. Er wickelte das Ende
seiner langen Triebe, die im Winde um die Frau herum schaukelten,
um ihr Handgelenk. Als sie sich sanft von dem hakelnden Trieb
befreien wollte, riss er ab und blieb fest wie ein Armband haften.
Aber was war das? Er strahlte wie pures Gold und die winzigen Knöspchen
daran wie dunkelrote Edelsteine. Da füllte sich das Herz der Frau mit
großer Freude. Sie fühlte sich nun auf immer mit ihrem Freund,
dem Baum, verbunden, auch wenn ihn vielleicht schon der nächste Sturm
fällen würde. Sie ging getrost nach Hause.

Schön. Ich mag dieses Märchen und werde es weitererzählen.

Diese Runde war lang. Schließlich hatte es auch noch geregnet. Das heißt also abtrocknen. Festus genießt es. Ronja mag das überhaupt nicht.


Ich verlinke wieder bei Ghislana
Lasst es Euch gut gehen!
Bleibt gesund (oder werdet)!
Eure Lykka

Kommentare:

  1. Tolle Aufnahmen von diesen Bäumen - "märchenhaft", nicht nur die Geschichte!!
    Schönen Tag noch,
    Luis

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  2. Diese knorrigen Baumgestalten sehen fast schon verwunschen aus. Schön, dass die beiden Racker Dir Zeit zum Fotografieren und Träumen geben!
    (Auch wenn sie hinterher, auf das Handtuch wartend, etwas geplagt drein schauen. Kommt mir bekannt vor...)
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Vielen Dank! Ich musst die Robinien unbedingt ins Bild bannen.
      Schmunzel, die Beiden müssen dadurch. Manchmal binde ich unsere Vierbeiner fest solange ich knipse. Denn still halten sie nicht.
      LG lykka

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  3. Hallo Lykka,
    durch unseren gemeinsamen Freund, den Baum, habe ich Deinen Blog gefunden.
    Jedes einzelne Foto habe ich mir vergrößert angeschaut. Es sind ganz wunderbare
    Aufnahmen von Bäumen, hier Robinien, wie man sie nicht alle Tage sieht.
    Und die Geschichte gefällt mir sehr.
    Liebe Grüße
    Edith

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    1. Hallo liebe Edith, merci für Deine Worte! Ich freue mich über Deinen Besuch bei mir!
      Die Robinien wollten von mir ins Bild gebannt werden. Sie hielten meine Blicke schon von Weitem fest.
      Das Märchen passt irgendwie, dachte ich.
      LG lykka

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  4. Liebe Lykka, deine Baumposts liebe ich ganz besonders. So schöne knorrige Exemplare. Robinien wachsen hier auch, manchmal mehr, als dem Förster lieb ist... Im Alter ist ihre Borke ganz besonders rissig. Auf deinen Bildern sieht es wirklich märchenhaft aus und schön, dass du uns gleich auch noch eine passende Geschichte "gefunden" hast... Seit gestern bin ich nach zwei Wochen wieder zu Hause und hab mich sehr gefreut "meine" Bäume wieder zu sehen... Lieben Gruß dir und den süßen Hunde-Rackern - Ghislana

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    1. Liebe Ghislana,
      ja die Robinien vermehren sich rasant, wenn man sie ließe. Sie haben auch gutes Holz.
      Die Robinien sind märchenhafte Bäume, (schmunzel) da bin ich mir fast sicher.
      Ich liebe Märchen. Dieses fand ich irgendwie passend.
      Herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar bei mir.
      LG lykka

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Vielen Dank für Eure Kommentare!

Was für ein Baum ist das nun?

Diesen Post verlinke ich bei Ghislana von Jahreszeitenbriefe . Dort warten noch mehr interessante Beiträge über Bäume auf Euch. Ich...